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BA-Kochkurs: Leser bereiteten viergängiges Frühlingsmenü zu

Der Küchenchef empfiehlt: Mut zum Experiment

Von unserem Redaktionsmitglied Nina Schmelzing Bergstraße. Volkhard Nebrich hat schon viel erlebt. Der Koch hat die Welt bereist - und in der Küche des schwedischen Königshauses ebenso gearbeitet wie in Italien oder im fernen Lappland. Jetzt zeigte der international erfahrene Küchenchef interessierten Bergsträßern, wie man Schmackhaftes auf den Teller zaubert - im Rahmen eines Kochkurses, den der Bergsträßer Anzeiger in der Kochschule Burggraf-Bräu in Bensheim-Auerbach anbot. Nebrich kam nach der Begrüßung gar nicht dazu, die Speisekarte bis zum Nachtisch vorzulesen. Ein vielstimmiges "Mmmmh" seiner Zuhörer unterbrach ihn. Mit ihrer Vorfreude auf den Genuss des viergängigen Frühlingsmenüs hielten sich die Kursteilnehmer nicht zurück. Etwas erschrocken reagierten einige der Kochschüler allerdings, als sie erfuhren, wann die selbst zubereiteten Köstlichkeiten aufgetischt würden: vier Stunden später. Zwölf Gerichte - aus Gewohnheit Na gut - gebratener Spargelsalat auf frischen Frühlingskräutern mit Zander macht sich eben nicht von alleine. Und Spargelragout mit Minzkartoffeln und Entenbrust sowie ein Spargel-Marcarpone-Mousse mit Rhabarberragout klingt traumhaft - aber nicht gerade nach Schnell-Imbiss. Kochen ist eben eine Kunst, die etwas Zeit und Mühe abverlangt - und Anfängern Geduld. Die aber lohnt sich für jeden, der ein bisschen mehr will als die im Durchschnitt zwölf Gerichte, zwischen denen der bequeme Alltagsesser lebenslang variiert. Kurz gesagt: Das Spargel-Menü schmeckte allen fantastisch. Und so lang, wie im ersten Moment vielleicht befürchtet, wurde der Kochabend nicht. Zumal mehrfach zwischendurch aufgetischt wurde und der Service den Abwasch übernahm. Es dauert zwar, bis man sich in einer fremden Küche zurechtfindet. Und gleichzeitig Rezepte lesen, Gemüse schneiden und dem Meister zuhören, wenn er seine Kniffe verrät, erfordert Konzentration. Die Anstrengung aber war vergessen, sobald man die ersten Bissen im Mund hatte. Einhelliges Votum: einmalig gut. Was sich mit dem königlichen Gemüse alles machen lässt, ist verblüffend. Spargel gebraten auf den Tisch zu bringen, ist jedenfalls eine überaus empfehlenswerte Alternative zu allen gekochten Varianten. Aldente zubereitet schmeckt er köstlich nussig. Und mit salzigem Milchschaum als Haube wird die Spargelsuppe besonders leicht. Würzig: Dressing in der Suppe Ein einziger Kurs macht aus einem Hobbykoch natürlich keinen Küchenchef. Wie Volkhard Nebrich Brutzelgut in der Luft wendete und geschickt mit der Pfanne wieder auffing, in Sekundenschnelle hauchfeine Gemüsescheibchen säbelte und rasch dekorative Salatteller anrichtet, das macht ihm ein Ungeübter so rasch nicht nach. Einen Tipp des Profis aber kann jeder beherzigen und problemlos sofort umsetzen: Mut zum Experimentieren zahlt sich aus. Dass das stimmt, können einige der Kochschüler bestätigen, auch wenn sie diese Erfahrung im Kurs ungewollt machten. Sie kippten nämlich das Dressing versehentlich in die Suppe. Beim Verspeisen - und Vergleichen mit den Werken der anderen Kursteilnehmer - stellten sie jedoch überaus erfreut fest: erfrischend würzig und durchaus lecker, die neue Kreation. Fan der italienischen Küche Volkhard Nebrich kennt viele Kochgeheimnisse. Er kann ausgiebig schwärmen von Gewürzen wie Ingwer, unterschiedlichen Pfeffersorten oder den Vorzügen von Tahiti-Vanille. Die italienische Küche aber schätzt er persönlich am meisten - und zwar deshalb, weil sie frisch ist, gesund und wunderbar unkompliziert.

Bergsträßer Anzeiger 6. Mai 2009

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Bergsträßer Anzeiger 06.05.2009
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